GAAB Gesellschaft Anna Amalia Bibliothek e. V.
Anna Amalia

Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Geschichte

Zunächst war die Herzogliche Bibliothek, als deren Gründer Herzog Wilhelm Ernst
(1662 – 1728) gilt, im Stadtschloss untergebracht. Der zielgerichtete Ausbau und die Verwaltung durch berühmte Gelehrte begann im Jahre 1691; fünfhundert genau inventarisierte Bücher aus einem Erbteilungsvertrag ergänzten den bereits vorhandenen wertvollen Grundbestand.

Nach dem Umzug ins Grüne Schloss 1766 erlebte die Herzogliche Bibliothek einen raschen Aufschwung. Das Sammelspektrum war von universaler Breite; besonders stark vertreten waren jedoch Geschichte, Kunst und die europäische schöne Literatur. Herzog Carl August beauftragte 1797 Goethe und seinen Ministerkollegen Christian Gottlob Voigt mit der Oberaufsicht über die Bibliothek. Goethe und Voigt reformierten die innere Verwaltung, lösten die damaligen Bauprobleme und trugen Sorge für den Erwerbungsetat wie für einzelne bedeutende Anschaffungen. Die Weimarer Bibliothek rückte in der Goethezeit in die Reihe der zwölf bedeutendsten Bibliotheken in Deutschland auf. Der Bibliothek eine eigene Entwicklung eröffnet zu haben, ist die Leistung der jungen Herzogin Anna Amalia, die als Gemahlin Herzog Ernst Augusts II. Constantin aus Wolfenbüttel nach Weimar kam. Wegen ihrer Verdienste um die Bibliothek, der sie auch ihren reichen privaten Bücherschatz hinterließ, wurde sie anläßlich des dreihundertjährigen Bibliotheksjubiläums im Jahre 1991 zur Namenspatronin gewählt.

Durch den verheerenden Brand vom 2. September 2004 ist die Bibliothek wieder stärker ins allgemeine Bewußtsein gerückt. Der Brand hat das Bibliotheksgebäude mit dem Rokokosaal, stark in Mitleidenschaft gezogen und zur Vernichtung von 35 Kunstwerken, 50.000 Büchern vor allem des 17. und 18. Jahrhunderts einschließlich vieler Musikalien geführt sowie weitere 62.000 Bände zum Teil schwer beschädigt. Als Ursache des Feuers wurde eine defekte Kabelverbindung ermittelt, die einen Schwelbrand ausgelöst hat. Das Grüne Schloss wurde saniert und am 24. Oktober 2007 wiedereröffnet. Die Restaurierung der beschädigten Bücher ist dank der großen Spendenbereitschaft privater Förderer und öffentlicher Geldgeber in Gang gekommen, wird aber noch viele Jahre in Anspruch nehmen.